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Markus 2, 1-12

"Die Heilung des Gelähmten": Wir bringen dich zu Jesus – er wird dir helfen!


Ausarbeitung für Kinder im Vorschulalter: 3- bis 6-Jährige

Erstellt für den Kindergottesdienst
in der evang.-lutherischen Kirchengemeinde Freising am 19. Feb. 2006

Begrüßung in der Gruppe


Kinder und Erzählerin sitzen auf Kissen im Kreis. Die Puppe Max begrüßt reihum die Kinder, nennt sie bei ihrem Namen, gratuliert zum Geburtstag, begrüßt die Eltern im Hintergrund.

"Schön, dass ihr alle gekommen seid, wer hat euch hergebracht, wie seid ihr hergekommen?"

Erzählerin:

"Was habe ich heute wohl in meinem Korb dabei, was brauche ich heute für unsere Geschichte?"

Erzählung der Geschichte: „Komm mit zu Jesus – er wird dir helfen!“


Szene 1: Jesus kommt nach Kapernaum

Beim letzten Kigo haben wir erfahren: Jesus ist nicht mehr das kleine Kind in der Krippe – er ist groß, erwachsen, ein junger Mann. Er hat Freunde, "Jünger", mit denen zieht er durch das Land und erzählt den Menschen von Gott.

Jesus-Figur zeigen, grünes Tuch ausbreiten

Heute kommt Jesus in die Stadt Kapernaum am See Genezaret. Hier gibt es viele Menschen, die schon von Jesus gehört haben und die ihn hören und kennenlernen wollen. Schnell laufen alle zu dem Haus, in dem Jesus zu Gast ist – jeder will dabei sein und einen Platz ganz nah bei Jesus finden.

Papphaus aufstellen, Jesus geht hinein, man sieht ihn nur noch durch die Fenster und durch die geöffnete Tür.

Alle Menschen drängen in das Haus, bis es ganz voll ist, und auch vor dem Haus stehen noch viele Menschen. Keiner kommt mehr hinein.

(Erklärung nebenbei an die Kinder: "Die vielen Menschen müsst ihr euch dazu denken – so viele Holzfiguren habe ich nicht."
Die gedachten Figuren mit den Fingern andeuten, ins Haus gehen lassen, ums Haus herum aufstellen.)

Szene 2: Micha -allein

Was ist denn das – hier liegt ja einer auf einem Tuch. Schläft der denn? Warum geht der denn nicht auch mit den anderen Menschen zu Jesus?

Micha, auf seiner Matte liegend, ein gutes Stück vom Haus entfernt.

Der sieht ja ganz traurig aus – als ob er sich verlassen fühlt. Er liegt auf einer Matte – nun sieht man es: Er kann ja gar nicht laufen, er ist gelähmt! Deshalb ist er hier allein und guckt so traurig.

Micha, der Gelähmte, überlegt:

"Haben die anderen mich verlassen oder vergessen, dass ich da bin? Oder denken die etwa, dass meine Krankheit eine Strafe ist für etwas Böses, das ich mal gemacht habe? Denken die: 'Der ist ja selber schuld, mit dem will ich nichts zu tun haben!' ?"

Szene 3: Michas Freunde

Schaut mal: Da kommen ja doch noch welche angesprungen, es sind vier Freunde von Micha.

4 Figuren kommen nacheinander zu Micha.

Ganz aufgeregt sehen sie aus, sie rennen zu Micha hin. Hört mal, was sie sagen:

"Hallo Micha, heute ist ein ganz besonderer Gast in unserem Dorf: Jesus! Wir haben dir doch schon oft von Jesus erzählt. Es heißt sogar, dass Jesus Kranke wieder gesund machen kann. Wir bringen dich zu ihm - er wird auch dir helfen!"

Micha erschrickt, er fürchtet sich vor den vielen Menschen und vor Jesus:

"Nein, lasst mich doch, euer Jesus kennt mich doch gar nicht. Sicher denkt auch er wie alle anderen, dass ich etwas Böses getan habe und deshalb gelähmt bin."

Michas Freunde:

"Jetzt hör aber auf zu jammern – das stimmt doch gar nicht, dass alle so denken. Wir tun es nicht und deine Verwandten auch nicht … Wir sind doch deine Freunde und halten zu dir! Nun lass uns losgehen! Wir werden dich zu Jesus bringen."

Szene 4: Vor dem Haus

Die Freunde reden durcheinander:

"O je, schaut mal, das Haus ist ganz voll, da kommen wir ja nie rein!"

"Aber wir müssen doch zu Jesus, wir müssen Micha zu ihm bringen – wie schaffen wir das denn?"

"Schaut mal, da ist eine Treppe, die führt aufs Dach – genau, das machen wir: Wir steigen rauf und suchen dann eine Klappe oder ein Loch, durch das wir Micha zu Jesus hinunter lassen können."

"Da werden sich die anderen sicher ärgern – das dürfen wir doch nicht!"

"Aber nur heute ist Jesus hier, wir müssen es so machen, es gibt keinen anderen Weg."

Die vier steigen mit Micha aufs Dach, öffnen eine Luke im Dach.



Szene 5: Micha bei Jesus

Im Haus war es bisher ganz still, alle lauschten auf das, was Jesus ihnen sagte. Doch dann werden die Leute unruhig, es knackt über ihnen, sie schauen nach oben. Das kann doch nicht wahr sein: Da geht doch echt eine Klappe über ihnen auf und Micha der Gelähmte wird mit seiner Matte an Seilen durchs Dach herunter gelassen. Die Leute tuscheln aufgeregt miteinander:

"Das wird Jesus sicher ärgern, wenn man ihn so stört – das ist ja echt eine Frechheit, was Michas Freunde da anstellen!"

Doch nein, Jesus schaut von den Freunden zu Micha und wieder zu den Freunden. Er sieht, wie die Freunde ihn voll Hoffnung ansehen. Und er sieht, wie Micha ihn ängstlich anschaut und fürchtet, dass Jesus sich von ihm abwendet.

Plötzlich wird es Micha ganz warm – er schaut Jesus an, er sieht, wieJesus ihn anlächelt. Und nun spricht Jesus sogar mit ihm:

"Du brauchst keine Angst mehr zu haben: Wenn du etwas Böses gemacht hast, so sei gewiss: Gott vergibt dir – er hat dich lieb!"

Micha wundert sich: Wie kann Jesus bloß wissen, welche Sorgen er sich immer macht? Und zugleich spürt Micha, wie er ganz leicht wird, alle Sorgen sind plötzlich wie weggeblasen, er fühlt sich ganz leicht.



Jetzt hört er noch etwas - Jesus spricht immer noch mit ihm. Was sagt Jesus da – hört Micha richtig?

"Steh auf, nimm dein Bett und geh!"

Micha ist ganz durcheinander: Meint Jesus wirklich ihn? Sieht der denn nicht, dass er gelähmt ist? Doch er sieht in Jesus Blick eine starke Kraft, die auf ihn übergeht, und plötzlich denkt Micha:

"Ja, ich versuche es!"

Er strengt sich an, richtet sich auf, setzt sich auf – kniet - und plötzlich steht er! Er sieht, wie ihn alle anblicken, und immer noch spürt er die Kraft, die von Jesus auf ihn übergeht. Und nun macht Micha, was Jesus ihm gesagt hat: Er nimmt seine Matte und geht aus dem Haus – ganz leicht und ohne Sorgen. Draußen warten seine Freunde und nehmen ihn in ihre Mitte.

Kreative Vertiefung


Bilder zur Geschichte

Mit den Kindern in einer Bilderbibel Bilder zur Geschichte ansehen, am besten die Bilder aus „Das große Bibelbilderbuch“ von Kees de Kort.

Spiel:
Freunden vertrauen – einem Freund helfen, ihn tragen, ihn nicht fallen lassen


"Jetzt wollen wir mal sehen, wie das ist, wenn wir richtige Kigo-Freunde sind: Ob wir uns wohl gegenseitig tragen können, so wie die Freunde in der Geschichte. Wer von euch traut sich, dass er sich von den anderen tragen lässt? Wer will zuerst getragen werden?"

Wolldecke ausbreiten, ein Kind legt sich darauf, evt. Kissen für den Kopf.

Die anderen Kinder tragen den Freund vorsichtig einmal im Kreis, dann kommt der/die Nächste dran. Evt. einen Vater oder eine Mutter zur Mithilfe auffordern.

Evt. beim Tragen das Lied der Jahreslosung 2006 singen:

"Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht."
Oder so, passend zum Thema:
"Wir lassen dich nicht fallen und verlassen dich nicht."

Vorbereitung und Materialien

  • Puppe Max (Begrüßung)
  • 6 Holzfiguren:
    Jesus
    "Micha" (der Gelähmte)
    4 Freunde von Micha
  • 1 grünes oder erdfarbenes Tuch als Boden für das Land Israel
  • 1 helles kleines Tuch als Matte für den Gelähmten
  • 1 Haus aus Pappe oder Holz mit Flachdach, Flachdach mit aufklappbarer Luke o.Ä., am Hausrand ist eine Treppe angedeutet. Das Haus hat offene Fenster und eine offene Tür (Für die Kinder ist es spannend zu erleben, wie sich das Dach öffnen lässt und sie durch die Luke oder durch die Fenster hindurch Jesus sehen können.)
  • 1 Korb, in den die Figuren etc. eingeordnet sind (beim Einordnen der Figuren in den Korb die Reihenfolge beachten, in der die Figuren beim Erzählen benötigt werden).
  • Bilder zu Markus 2, am besten die Bilder von Kees de Kort in „Das große Bibelbilderbuch“.
  • 1 stabile Wolldecke, evt. 1 kleines Kissen