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Psalm 121

"Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen Â…"


Ausarbeitung für Kinder im Vorschulalter: 3- bis 6-Jährige

Erstellt von Mirjam Heintzeler fĂĽr den Kindergottesdienst
in der evang.-lutherischen Kirchengemeinde Freising am 18. Sept. 2005

BegrĂĽĂźung und Einleitung


Die Kinder und die Erzählerin sitzen im Kreis am Boden, die Eltern sitzen auf Stühlen hinter ihren Kindern. Die Puppe Max begrüßt die Kinder und ihre Eltern.

Erzählerin:
"Heute will ich euch eine Geschichte erzählen, in der es um einen Psalm geht."

Max: "Ein Psalm – was ist denn das?"

Erzählerin: „Ein Psalm ist ein Gebet, in dem man mit Gott spricht. Mit einem solchen Gebet können wir Gott danken für all das Schöne, das er uns gibt: Sonne, Wärme, Eltern, …“

Max: „Was ist denn Besonderes dran an einem Psalm?“

Erzählerin: "Das Besondere an einem Psalm ist, dass er vor ganz vielen Jahren von jemandem gesprochen und später aufgeschrieben wurde und seither immer wieder, auch heute noch, von den Menschen gelesen und auch gesungen wird.

Schaut mal her, hier habe ich ein Bild, auf dem ein solcher Psalm geschrieben steht: Da hat sich jemand ganz viel Mühe gegeben, um den Text besonders schön zu schmücken.

Erzählerin zeigt das Psalmbild.

Die Schrift hier ist Hebräisch - so wie man in Israel geschrieben hat zu der Zeit, als Jesus gelebt hat. Jesus hätte den Text lesen können. Er fängt so an:

Esa Enai Â….."

Max: "Stopp, halt – das verstehe ich nicht, was soll denn das heißen: Esa Enai?"

Erzählerin: "Ach so, die Wörter verstehst du ja nicht. Ihr Kinder wohl auch nicht, und auch nicht eure Eltern? Nun, dann also auf Deutsch. Auf dem Bild steht der Psalm 121, er fängt so an:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat."

Max (ganz aufgeregt): "Das hab’ ich schon mal gehört, den Psalm kenne ich!"

Erzählerin: "Dann erzähl uns doch bitte deine Geschichte, damit wir verstehen, warum du so aufgeregt bist!"

Max erzählt seine Geschichte zu Psalm 121

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als ich den Psalm zum ersten Mal gehört habe. Das war in den Ferien, in den Bergen. Morgens war ich mit Freunden in einer Kirche gewesen, dort wurde der Psalm vorgelesen.

Nachmittags wollte ich allein zu dem Felsen gehen, an dem es so schöne Steine gibt. Endlich lag das Dorf weit hinter mir und ich kam an eine steile Stelle - beinahe wäre ich abgerutscht! Doch wie im Psalm fand ich wieder den richtigen, sicheren Weg:

"Gott lässt deinen Fuß nicht wanken …."

Plötzlich wurde mir ganz heiß, die Sonne brannte auf mich herab und ich bekam großen Durst. Da fand ich Schatten bei einer kleinen Hütte und Wasser in einem Brunnen. Wieder dachte ich an den Psalm:

"Der Herr ist dein HĂĽter, der Herr gibt dir Schatten. Er steht dir zur Seite."

Plötzlich sah ich in der Ferne einen großen Hund – icherschrak, denn ich fürchte mich doch immer so sehr vor fremden Hunden. Da hörte ich, wie jemand den Hund zu sich rief, und ich sah Nachbarn aus dem Dorf, denen der Hund gehört. Der Hund war gehorsam und ging zu seinen Besitzern. Wieder fiel mir der Psalm ein:

"Der Herr behüte dich vor allem Bösen, Er behüte dein Leben.
Der Herr behĂĽte dich, wenn du fort gehst und wiederkommst,
Von nun an bis in Ewigkeit."

Beim Felsen fand ich einen Stein mit einem besonderen Muster, diesen Stein hier:

Max zeigt den Stein, reicht ihn im Kreis herum.

Der Stein erinnert mich daran, wie der Psalm mich bei meiner Wanderung begleitet hat und wie ich auf dem Heimweg den Psalm immer wieder vor mich hin gesungen habe und dabei ganz froh wurde:

"Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat."

Kreative Vertiefung

Zur Erinnerung an den Psalm malt jedes Kind fĂĽr sich eine der vorbereiteten Bastelkarten aus:

"Auf der Vorderseite der Karte sehen wir ein Gebirge, das könnt ihr braun und grün ausmalen, evt. mit Menschen und Tiere dazu."





"Auf der Innenseite der Karte steht der Psalm, den eure Eltern euch zu Hause vorlesen können.
Über den Psalm könnt ihr eine Sonne zeichnen und den Himmel blau anmalen."



Vorbereitung und Materialien

  • Puppe Max
  • ein Psalmbild: Unter den Eingaben „Tehilim“ und „Esa Enai“ - den hebräischen Anfangsworten von Psalm 121 - findet man im internet Psalmbilder. Ein sehr schönes Bild fanden wir unter http://www.geocities.com/avishayart/EsaEnai.html
  • grĂĽne, beige und braune TĂĽcher fĂĽr die Landschaft von MaxÂ’ Wanderung
  • groĂźe Steine als Berg, dazu ein besonderer Stein mit auffälligem Muster
  • Buntstifte
  • Bastelkarten:
    • Man erhält einen Streifen Papier, indem man festes beigefarbenes Papier Din-A4 der Länge nach halbiert, nun hat man eine aufklappbare Karte.
    • Auf die Vorderseite der aufklappbaren Karte zeichnet man die Silhouette einer Bergkette. Der Teil, an dem Himmel zu sehen wäre, wird abgeschnitten.
    • Die Oberkante der Bergkette wird nun auf der rechten Innenseite nachgezogen. Unterhalb dieser nachgezogenen Linie schreibt man den Psalm.
    • Evt. kann man auf die linke Innenseite den Psalm auf Hebräisch schreiben (findet man im Internet unter dem Stichwort "Esa Enai" und "Psalm 121").
    • Wenn man weiĂź, wie die aufklappbare Karte aussehen soll, kann man das Ganze auf Din-A4 zeichnen bzw. schreiben und beliebig oft kopieren.
  • Zur Einstimmung fĂĽr die Erzählerin: Unter Eingabe von "Esa Enai" findet man im Internet den Psalm auf Hebräisch gesungen. Zu den bekanntesten Melodien gehört wohl die von S.Carlebach.